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Rheinhochwasser
     
 

Der Rhein – der Fluß Europas

Der Massentourismus am Rhein begann im 19. Jahrhundert. Am 12. Juni 1816 legte das erste Dampfschiff von London kommend in Köln am Rhein an. 1827 beginnt dann der regelmäßige Dampfschiffahrtsverkehr zwischen Mainz und Köln. Bis 1843 wird die Anzahl der Reisenden von wenigen Hundert im Jahre 1827 auf eine Million ansteigen!

1841 beginnt dann der Engländer Thomas Cook (der Erfinder der Pauschalreise) mit dem Massentourismus an den Rhein und in die Alpen.

Herausragend am Rhein ist die Vereinbarung über die Nutzung des Rheins. In vielen Teilen der Welt ist das Wasser eine umkämpfte Ressource. In Europa wurde zwar um den Rhein als Symbol gestritten, dahinter standen Machtansprüche zwischen Nationen, aber es ging nicht um das Wasser. In der Straßburger Schiffahrtsakte wurde die Nutzung des Rheinwassers vorbildlich geregelt. Dies ist nötig, da jedes Land gänzlich unterschiedliche Interessen hat. Besonders die Niederländer beziehen ihr Trinkwasser aus dem Rhein, Deutschland nutzt den Rhein hauptsächlich als "Wasserstraßenautobahn", und Frankreich nutzt den Rhein industriell zur Kühlung und zur gereinigten Abwasserbeseitigung. Durch bestimmte Pläne helfen sich die Nachbarn je nach Situation gegenseitig, um das Rheinwasser zu nutzen. An anderen Flüssen (z.B. wieder Euphrat, Tigris) sieht dies ganz anders aus, da wird um jeden Kubikmeter zwischen den Nachbarn gestritten. Der Rhein gilt hier immer als Vorbild zur Einigung um Wasserrechte.

Der Rheinverlauf erstreckt sich von den Quellen in den West- und Mittelalpen bis zur Mündung in die Nordsee.

Der Vorderrhein, der westliche Strang des Rheins, entspringt ein paar Kilometer östlich von Andermatt, umgeben von bis zu 3000 m hohen Bergen, wie z.B. der Rossboden mit 2826 m Höhe. Er fließt an Disentis vorbei nach Flims, um dann ein paar Kilometer vor Domat/Ems mit dem Hinterrhein zusammenzutreffen.

 
Aus den bis zu 3000 m hohen Bergen entspringt der Rhein als kleiner Bach.

Der Hinterrhein entspringt unweit des bekannten San Bernardino-Passes an der Grenze zu Italien. Teilweise reicht das Einzugsgebiet der Rheinquellen, umgeben von bis zu 3400 m hohen Bergen, auch hinüber nach Italien. Die Quellen befinden sich aber 5 - 10 km von der Grenze entfernt. Am Ort Hinterrhein fließt dieser noch recht schnell und wild vorbei. Durch den Rheinwald, über Splügen, Anderer, Thusis bis zum Zusammentreffen mit dem Vorderrhein wird er schon etwas langsamer und ruhiger. Noch ist es aber ein richtiger Bergbach.

Der Rhein fließt dann bei Domat/Ems über Chur durch Lichtenstein (Vaduz) und erreicht bei Feldkirch das schweizer-österreichische Grenzgebiet bei Feldkirch und fließt dann bei Bregenz in den Bodensee in das Drei-Länder-Binnenmeer. Der Austritt des Rheins aus dem Bodensee ist dann bei Hemishofen in der Schweiz zu finden. Kurz danach kommt dann der berühmte Rheinfall in Schaffhausen noch auf Schweizer Seite. An dieser Stelle kurz nach dem Rheinfall fließt dem Rhein die Aare zu. Ein viel größerer Fluß als der Rhein, trotzdem, wie schon oben erörtert, bleibt es gegen die Regeln der Hydrologie beim Namen des kleinen Rheins. Die Aare, der wichtigste Zufluß, entspringt bei Grindelwald unweit von Interlaken. Sie fließt durch den Thuner See, durch Bern, durch den Lac Neuchatel in den Bieler See und dann in den Rhein.

Entlang der deutsch-schweizer Grenze fließt dann der Rhein an Waldshut und Bad Säckingen vorbei, um endlich in Basel anzukommen. Nördlich von Basel wird der Rhein zum Grenzfluß zwischen Deutschland und Frankreich im. Durch Etringen-Kirchen, durch Petit-Landau, durch Ottmarsheim bis zur Heimat des Europaparlaments Straßburg schlängelt sich der Rhein durch den Oberrheingraben zwischen Vogesen und Schwarzwald. Unweit nördlich von Straßburg ist dann der Rhein kein Grenzfluß mehr, sondern fließt bis Bingen durch die Oberrheinebene und bricht dann durch die Mittelgebirge. Dieses Stück ist der "romantische Rhein" mit den vielen Burgen und den schönsten Ausblicken über den Rhein. Hier finden sich die engsten Stellen des Rhein. Am Binger Loch gab es zahlreiche Untiefen, die zahlreiche Schiffer um ihr Boot und manchmal auch um ihr Leben brachten. An der Loreley ist der Rhein sehr eng. Nicht einmal 100 m breit ist er hier, und auch diese Stelle war früher nicht ungefährlich. Nach dem Austritt aus den Mittelgebirgen am Niederrhein ist der Weg in die Niederlande nicht mehr weit, und hier geht der Rhein in sein Delta über, wo er dann gemütlich in die Nordsee mündet.

 

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