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Wetter und Wirtschaft
     
 

Der Einfluß des Wetters auf die Wirtschaft ist enorm!

Das Wetter beeinflußt zu einem großen Teil unsere Entscheidungen über das private Freizeitverhalten.

Besonders in der wärmeren Jahreszeit sind die Kaufentscheidungen stark wetterabhängig. Auch außerhalb der Freizeitökonomie ist das Wetter ein wichtiger Faktor. Ganze Wirtschaftszweige müssen das Wetter bei ihren Planungen und Entscheidungen berücksichtigen. Wie groß der Einfluß ist, ist kaum in Zahlen auszudrücken.

Ein bekanntes Beispiel ist der Wintereffekt auf dem Arbeitsmarkt:

Der deutsche durchschnittliche Winter kostet ca. 500 000 Menschen den Job. Die meisten finden aber im Frühjahr wieder eine Stelle, allerdings bei weitem nicht alle (der schlechte deutsche Arbeitsmarkt läßt grüßen). Die meisten kurzfristigen Entlassungen unternimmt das Baugewerbe, welches in die Winterpause durch Frost und Schnee gezwungen wird.

Ein schönes Beispiel, wie der Konsum mit dem Wetter und der Witterung zusammenhängt, ist der Verbrauch von diversen Getränken in Abhängigkeit vom Wettergeschehen.

Die Firma Berentzen, eine börsennotierte Aktiengesellschaft mit dem Schwerpunkt auf alkoholischen Partygetränken veröffentlicht in ihren Geschäftsberichten jeweils Analysen zum deutschen Getränkemarkt. Dabei wird auch häufig über das Wetter gejammert, die schlechte Aktienkursentwicklung der letzten 5 Jahre läßt damit aber nicht erklären.

Zumindest zeigt sich in den Daten, je heißer der Sommer oder je heißer das Jahr, um so höher der Verbrauch von Bier und Erfrischungsgetränken.

Pro Jahr schütten sich die Deutschen ca. 500 l an diversen Getränken in den Kopf. Am beliebtesten sind alle Formen von Kaffee. 170 l werden pro Kopf von Kleinkind bis Oma getrunken. Über 50 % beträgt damit der Anteil des schwarzen Heißgetränkes am alkoholfreien Getränkemarkt in Deutschland (300 l/pro Kopf). Klar führend bei den alkoholischen Getränken ist weiterhin Bier mit 130 l pro Kopf. Wein liegt mit 20 l pro Kopf noch weit abgeschlagen.

Nun zur Wetterabhängigkeit. Der Bierverbrauch reagiert auf gutes Sommerwetter und auf die Jahrestemperatur. Im heißen Jahr 1994 lag der Verbrauch bei 139 l/pro Kopf. Übertroffen wurde er nur noch 1992 von 142 l pro Kopf. Im kalten Jahr 1996 und 1997 lag der Verbrauch nur bei 133-135 l pro Kopf. Allerdings ist insgesamt der Bierkonsum rückläufig, so daß ein gutes Jahr, den Trend nur kurzzeitig stoppt (Quelle : Brau&Brunnen AG und Berentzen, Geschäftsberichte 1996-2001).

Beim Bierausstoß fällt auf, daß der Bierausstoß nach den kalten Jahren 1996 und den mäßigen Sommer 97, aber besonders 98 und 2000 zurückging. Entgegengesetzt zum Rückgang beim Bier nehmen der Konsum von Wassern aller Art und sonstige Erfrischungsgetränke je nach Sommer um bis zu 10 % zu.

Auch hochprozentiges ist sehr wetterabhängig. Ist der Sommer naßkalt, oder besser ist die Anzahl der Regentage besonders an den Wochenenden erhöht, sinkt der Spiritousen Absatz ein.

Ein Beispiel aus dem Tourismusbereich ist die Nebelhornbahn AG.

In vielen weiteren Bereichen findet sich ein Zusammenhang zwischen dem Wetter. So hängen die Fernsehquote vom Wetter ab.

Die Freizeitparks in Deutschland erleben diese Wetterabhängigkeit besonders jedes Wochenende, wenn viele Menschen aus der näheren Umgebung spontan zu den Parks aufbrechen. Bei schlechten Wetter sind die Parkplätze beim Phantasialand in Brühl im Rheinland recht leer, während an Sommertagen die Besuchermassen kaum abzufertigen sind.

Nun gibt es seit einigen Jahren (1998/1999) Möglichkeiten für Unternehmen, aber auch für Privatpersonen, sich gegen Wetterrisiken abzusichern. Dabei können z.B. Tauschgeschäfte, sogenannte Risikoswaps gebildet werden. Ein Beispiel macht das Vorgehen deutlich. Nehmen wir mal zwei Firmen, die vom Sommergeschäft abhängig sind. Nehmen wir mal ein Eiscremehersteller. Je wärmer und sonniger der Sommer, desto mehr Eis kann verkauft werden. Der Regenschirmhersteller macht in so einem Sommer ein großes Minus. Andererseits bringt jeder Regentag den Umsatz auf Trab.

Nun können beide Hersteller einen Risikoausgleich vornehmen, so daß beide profitieren. Der Regenschirmhersteller verpflichtet sich, dem Eiscremehersteller bei einer bestimmten Anzahl von Regentagen eine bestimmte Summe zu zahlen. Andererseits verpflichtet sich der Eiscremehersteller bei einer bestimmten Anzahl von Sonnentagen an den Regenschirmhersteller einen Ausgleich zu zahlen. Für beide ist diese ein lohnendes Geschäft, denn ist beispielsweise der Sommer sehr gut, dann hat der Eiscremehersteller einen großen Umsatz, der die Schadenszahlung an den Regenschirmhersteller bei weitem überwiegt. Andererseits ist er vor einem ganz schlechten Sommerjahr geschützt.

Desweiteren gibt es auch die Möglichkeit sogenannte Wetterputs oder Wettercalls zu kaufen, die von Versicherungen angeboten werden. Unterschreitet beispielsweise ein milder Winter die Anzahl kalter Tage, dann kann sich einer Energielieferant dagegen absichern, indem er Schadensersatz für die zu geringe Anzahl von kalten Tagen bekommt.

Ebenso ist die Absicherung einzelner Veranstaltungen, das Oktoberfest in München wird so z.B. gegen das Wetter abgesichert, möglich. Gibt es an einem Tag Regen, erhalten die Veranstalter ein bestimmte Summe erstattet.

Diese Geschäfte bieten so die Möglichkeit, das Wetterrisiko in der Umsatzplanung auszuschalten und so das Geschäft sicherer zu machen. In den nächsten Jahren werden solche Geschäfte wahrscheinlich zum Standard werden.

Hat das Wetter auf Ihre Branche oder Ihr Geschäft Einfluß? Lassen Sie sich von uns beraten und nutzen Sie die neuen Möglichkeiten mit Hilfe von Versicherungen und Derivaten Ihren Umsatz wetterunabhängiger zu machen!

Mehr dazu auf unserer Wetter und Wirtschaftsseite Hurrikane weltweit

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