Deutschland:
 
weltweit:
 
Hintergrundinformationen Sonneneinstrahlung
     
 

Risikowahrscheinlichkeiten

Unfallwahrscheinlichkeit im Jahr : 5-10 % der Bevölkerung bekommen einen Sonnenbrand, 100 000 neue Hautkrebspatienten

Todesfallwahrscheinlichkeit im Jahr: 2 / 100 000 (2 Personen auf 100 000)

Gefahr: kurzfristig Sonnenbrand, langfristig Gefahren durch Hautkrebs, Augenkrankheiten usw.

Ozon ist lebenswichtig

Das Ozonloch machte auf eine besondere Gefahr aufmerksam. Die Sonneneinstrahlung wird für unsere Haut immer gefährlicher, denn der schützende Film der Ozonschicht, die unsere Erde vor der agressiven Strahlung schützt, wird immer dünner (Nordhalbkugel 6 % Zunahme der gefährlichen UV-B-Strahlung bis 2040).

Zuerst haben die Menschen auf der Südhalbkugel, insbesondere die Australier, die Auswirkungen zu spüren bekommen. Schafe erblindeten in den letzten Jahren häufiger bei hoher Sonnenbelastung und die Zahl der Hautkrebserkrankungen nimmt ständig zu. Aber auch in Europa ist die Ozonschicht dünner geworden und somit die Sonne gefährlicher für die Haut.

International unterscheiden die Mediziner zwischen vier verschiedenen Hauttypen, die unterschiedlich schnell einen Sonnenbrand bekommen. Am empfindlichsten sind die "nordischen Typen" mit sehr hellen oder gar roten Haaren, deren Haut "schneeweiß" ist. Innerhalb weniger Minuten bekommen diese Menschen in der Sommersonne einen Sonnenbrand. Sonnenbäder sollten für diese Personengruppe ein Tabu sein.

 

Hauttyp 1

Hauttyp 2

Hauttyp 3

Hauttyp 4

Helle Haut, Sommersprossen, blonde oder rote Haare, blaue oder grüne Augen

Helle Haut, blonde Haare, blaue oder grüne Augen

Dunkle Haare, braune Augen

Dunkle Haut, dunkle oder schwarze Haare, braune Augen

ungeschützte Haut nach 30 min Sonne im Juni

immer Sonnenbrand,
niemals Bräunung

immer Sonnenbrand,
schwache Bräunung

leichter Sonnenbrand,
gute Bräunung

nie Sommerbrand,
immer Bräunung

 

 

 

 

empfohlener Lichtschutz-Faktor:

Mindestens 15

Zunächst mind. 14,
später 9 - 14

Zunächst mind. 8,
später 5 - 8

Zunächst mind. 4,
später 2 - 4

Hauttyp zwei entspricht schon dem "Standardmitteleuropäer". Er kann in der Sommersonne mittags zwischen 10-20 Minuten ohne Sonnenschutz ausharren. Hohe Sonnenschutzfilter sind beim Sonnenbaden Pflicht. Hauttyp drei und vier beschreiben den "südlichen Typ". Diese Gruppen können längere Zeit ohne Schutz in der Sonne bleiben. Bis zu dreißig Minuten sind in der Sommersonne maximal möglich. Aber auch diese Gruppen sollten zu einem Sonnenschutzmittel mit hoher Wirkung greifen.

Die Unwetter-Angaben beziehen sich in den Standard-Einstellungen auf die Mittagszeit und für Hauttyp zwei.
Wer sich länger als diese Zeitspanne ungeschützt in die Mittagssonne legt, riskiert einen Sonnenbrand und mögliche Spätfolgen, die bis zum Hautkrebs gehen können

Fachlicher Hintergrund :

Ultravioletten Strahlung, die auf den Menschen wirkt, setzt sich aus Sonnen-, Himmels- und Umgebungsstrahlung im Wellenlängenbereich zwischen 200 nm und 400 nm zusammen. Aufgrund der unterschiedlichen Wirkung der UV-Strahlung auf den Menschen werden drei Bereiche unterschieden (UV-C, UV-B und UV-A). Da die UV-C-Strahlung vollständig durch die Atmosphäre absorbiert wird, die UV-A-Strahlung medizinische kaum eine Rolle spielt, ist medizinisch nur die UV-B-Strahlung (280 nm < 315 nm) für eine Gefährdung relevant. Positive Wirkungen hat die UV-B-Strahlung durch die Vitamin D-Produktion. Negativ ist besonders das gesteigerte Hautkrebsrisiko zu nennen.

Bis zum Jahr 2040 wird ein Anstieg der UV-B-Strahlung von 6 % erwartet. Dies wird weiterhin zu einer deutlichen Steigerung der Hautkrebsrate führen.

Gefährliche Sonne - zur Entwicklung der UV-Strahlung

Zunehmend wächst die Sorge vor zu starker Sonnenstrahlung. Die Fälle des besonders bösartigen schwarzen Hautkrebs, Melanome, nehmen rasch zu. Hat das Melanom Metastasen gebildet, so leben nach fünf Jahren nur noch zwei Prozent der Betroffenen. Wird es jedoch frühzeitig erkannt, liegen die Heilungschancen fast bei 100 Prozent. Seit den siebziger Jahren hat sich die Anzahl der Fälle in Deutschland verfünffacht. In Australien ist die Anzahl der Fälle wegen der Nähe zum Äquator noch zweieinhalbmal so hoch wie in Deutschland.

UV-Strahlung hemmt im Körper die Immunabwehr, bildet aggressive Moleküle und erzeugt Genmutationen. Die Hautzellen schützen sich davor mit dem Pigment Melanin, das die dunkle Farbe erzeugt. Bei Hellhäutigen schlummert in den Zellen auch Pheomelanin, das durch UV-Strahlung toxisch wird. Dies trägt mit zum Sonnenbrand bei.

Bei Kindern entstehen durch UV-Strahlung vermehrt Leberflecke, die leicht Ausgangspunkt für spätere Melanome sein können. Wer bis zum Alter von 20 Jahren fünf bis sieben Sonnenbrände erleidet, dessen Risiko für ein Melanom verdoppelt sich. Das Risiko für urbane Büromenschen, die monatelang ihre Haut vor Strahlung geschützt gehalten haben und sich dann im Urlaub der prallen Sonne aussetzen, ist zudem höher als bei Landarbeitern, die sich mit Hut und langen Ärmeln langsam an die UV-Belastung gewöhnt haben.

Die Menschen sind verunsichert über die mögliche Zunahme der UV-Strahlung, insbesondere wegen des Ozonlochs. Wie groß die Bedrohung jedoch wirklich ist, bleibt unsicher. Die eigentliche Gefahr liegt vielmehr im Freizeitverhalten der Menschen. Durch Reisen in südliche Länder fangen sich die Menschen eine vielfach höhere UV-Strahlungsdosis ein, als durch einen heimischen Strahlungsanstieg.

Auch die Zahl der Erkrankungen an den harmloseren Hautkrebsformen der Basaliome und Plattenepithelkarzinome hat stark zugenommen. 80.000 Menschen erkranken jährlich daran. Dennoch verhalten sich die jungen Menschen in Europa zunehmend unvorsichtig.

Die Sonnenaktivität war in den vergangenen 60 Jahren höher als in den 8.000 Jahren zuvor. Dieses Ergebnis fand das Max-Planck Institut für Sonnensystemforschung heraus. Die UV-C-Strahlung, die aber den Erdboden nicht erreicht, hat sich verdoppelt. Die Strahlung im für Menschen relevanten Wellenlängenbereich hat jedoch nur um weniger als 1 Prozent zugenommen. Einen eindeutigen Anstieg der Strahlung gibt es jedoch ohnehin nicht, weil die Strahlung vielmehr über die Jahrtausende schwankt. Wesentlich ist vielmehr vor Allem, wie viel UV-Strahlung durch Ozonschicht, Wolken oder Schwebteilchen absorbiert oder gestreut wird.

Durch die Abnahme der Ozonschicht hat die UV-B-Strahlung, die Sonnenbrand und Hautkrebs verursacht, nach Berechnungen des Umweltprogramms der Vereinten Nationen in Mittel- und Nordeuropa um etwa 5 Prozent zugenommen. Durch Messungen in den vergangenen zehn Jahren konnten diese Berechnungen aber noch nicht bestätigt werden.

Wie stark die UV-Belastung steigen wird, ist unsicher. Nach dem Meteorologischen Institut der Universität München, ist es wahrscheinlich, dass die Strahlung zunächst auf dem aktuellen Niveau bleibt und dann in zehn Jahren wieder zurückgeht. Solche Abschätzungen basieren auf der Annahme, dass sich die Ozonschicht nicht weiter abbaut. Wenn die Vereinbarungen des Montreal-Protokolls eingehalten werden, werden in etwa 50 Jahren die ozonvernichtenden Stoffe in der Stratosphäre abgebaut sein. Offen bleibt, wie stark der Ozonabbau in den nächsten zwanzig Jahren sein wird, weil auch der Treibhauseffekt über die Abkühlung der Stratosphäre zum Ozonabbau beitragen könnte.

In diesem Frühjahr war die Ozonschicht über dem Nordpol so dünn wie nie zuvor. Es fehlten 30 Prozent des Ozons. Auch über Mitteleuropa war der Ozongehalt in der zweiten Märzhälfte um 20 Prozent geringer als normal. Noch entscheidender für die UV-Strahlung ist allerdings die Bewölkung, durch welche die Strahlung absorbiert wird.

Stärker als künftige Schwankungen der UV-Strahlung sind die geographischen Unterschiede. In den Tropen und im Hochgebirge ist die UV-Strahlung deutlich höher.

Das Problem könnte sich verstärken, wenn die Menschen wegen der Erwärmung durch den Treibhauseffekt mehr nach draußen gehen. In 50 Jahren wird es möglicherweise viel mehr heiße Sommer geben als heute. Nach Sami Solanki ist die Sonne selbst jedoch nur zum kleineren Teil von weniger als 30 Prozent für die globale Erwärmung verantwortlich.

Quellen :

Schramm, S.: "Heiß macht nur, was unten ankommt", Die Zeit, 23. Juni 2005, S. 35, Zusammenfassung

Albrecht, H.: "Im Fegefeuer", Die Zeit, 23. Juni 2005, S. 33-34, Zusammenfassung

 

Externe Links

aktuelle Messwerte der UV-Strahlung vom BFS

tKrebserkrankungen malignes Melanom der Haut (RKI)i

 

weitere Informationen zu diesem Thema finden Sie in unseren Buchveröffentlichungen