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Bisheriges Auftreten der Naturkatastrophen
Nordamerika
Nordamerika ist in Hinblick auf Naturkatastrophen in zwei Gebiete einteilbar. Die Ostküste ist von Erdebeben und Vulkanausbrüchen gefährdet, die Westküste hingegen von Tornados, Blizzards und Hurricanes. Inmitten Amerikas sind keine häufig auftretenden Katastrophen zu verzeichnen. Kalifornien liegt an einer sehr exponierten Stelle der Erdkruste. Hier treffen die pazifische und die nordamerikanische Platte aufeinander und bilden die St.-Andreas-Spalte, an der es häufiger zu Beben kommt.
So erschütterte am 18.10.1989 ein Erdbeben der Stärke 7,1 San Francisco. 272 Menschen kamen ums Leben und mehrere Milliarden Dollar Schaden waren die Folge.
Drei Jahre später, am 28.06.1992, kam es in der Nähe von Los Angeles zu einem Beben der Stärke 7,4 mit einer Dauer von 30 Sekunden. Fast tausend Nachbeben folgten mit Stärken bis zu 7,0 auf der Richterskala.
Da das Epizentrum in der nur wenig besiedelten Mojava Wüste lag, starben nur 2 Menschen und es entstanden Kosten von
12 Millionen Dollar.
Der Mount St. Helens galt viele Jahre als erloschen, doch am
18.05.1980 bricht der Vulkan aus. Durch die Explosion wird die gesamte Spitze des Berges abgesprengt. Im Umkreis von 400 Quadratkilometern hinterlässt die Lava ein Bild der Verwüstung.
24 Menschen können nicht entkommen, 58 bleiben für immer vermisst.
Auf Hawaii hält der Kilanea 8 Jahre die Bewohner in Angst, bis es 1991 zum Ausbruch kommt. Die Lava ergießt sich über die Küstengebiete im Süden der Insel.
An der Westküste wüten von Mai bis Ende Juli Tornados. Es sind mehrere jährlich, die sich allerdings in ihrem Ausmaß unterscheiden. Am 03.08.1999 fegen jedoch 70 Tornados gleichzeitig über Texas, Oklahoma und Kansas. Am schlimmsten betroffen war Oklahoma City, die 48 Tote und 1,2 Milliarden Dollar Schaden meldeten.
Hurrikan „Andrew“ trieb sein Unwesen 1992 über dem Süden Floridas. Er zog eine 100 Kilometer breite Bahn und richtete auf 550 Quadratkilometern 25 Milliarden Dollar Schaden an.
Anschließend zog er weiter über den Golf von Mexiko nach Louisiana. Erstaunlicherweise forderte er „nur“ 50 Menschenleben.
Mitte Februar 2003 legte ein Blizzard die mittlere und nördliche Ostküste Amerikas lahm. Auch New York, Jersey und Washington waren von dem schwersten Schneesturm seit 150 Jahren betroffen.
250.000 Menschen mussten ohne Strom auskommen.
Ein plötzlicher Kälteeinbruch (Eissturm) brachte 1998 das öffentliche Leben in Montreal, Kanada zum erliegen.
Temperaturen unter –20°C ließen Bäume und Strommasten zersplittern und abbrechen. 2 Millionen waren ohne Strom, 17 Kanadier erfroren und 1 Milliarde Euro Schaden waren die Folge.
Zu einer verheerenden Überschwemmung kam es im Sommer 1993
in St. Louis, als nach starken Regenfällen der Mississippi auf einer Länge von 1600 km Rekordhöhen erreichte. Er setzte eine Fläche von 80.000 Quadratkilometern unter Wasser.
50 Menschen ertranken und 70.000 wurden obdachlos.
Der Wasserstand lag teilweise 15 m über NN.
1932-1940 verwandelte sich das Gebiet um Dodge City herum in eine regelrechte „ Staubschüssel“. Tausende Menschen verhungerten, als die Dürre einsetzte und die Ernten ausfielen.
Mittelamerika/ Karibik
Am 19.09.1985 wurden durch ein Erdbeben der Stärke 8,0 vor der Pazifikküste Mexikos seismische Wellen ausgelöst.
Aufgrund der Bodenbeschaffenheit gab es an der Küste wesentlich weniger Tote, als im weiter entfernten Mexiko City. Bei mehreren Häusereinstürzen kamen rund 9.500 Menschen ums Leben.
Das Epizentrum lag bei Michoacán.
Durch das Abtauchen der Cocosplatte unter die Karibische Platte wurde im Januar 2001 Mittelamerika erschüttert. Das Epizentrum lag 60km vor der Küste El Salvadors. Die Stärke wurde mit 7,6 auf der Richterskala festgehalten. Durch resultierende Erdrutsche fanden 1500 Menschen den Tod. Die Erschütterungen waren bis Mexiko City zu spüren.
Mittelamerika ist nach Nordamerika das gefährdetste Gebiet in Hinblick auf Vulkanausbrüche.
Der El Chicon in Pichucalco, Mexiko, galt nie als aktiv bis er 1982 ausbrach und 3.000 Menschen in den Tod riss.
Am 25.06.1997 zerstören die Soufrière Hills auf Monserrat, kleine Antillen, 2/3 der Insel und machten dieses Gebiet unbewohnbar.
23 Menschen starben und 8.000 mussten die Insel verlassen.
Auch Hurrikans treiben in Mittelamerika ihr Unwesen.
So traf Hurrikane „ Pauline“ 1997 Acapulco, Mexiko.
Er fegt mit Geschwindigkeiten bis zu 200 km/h über weite Teile des Südwesten und löste hier schwere Überschwemmungen aus, bei denen über 400 Menschen starben.
Nur ein Jahr später verwüstete „Mitch“ weite Teile Nicaraguas und Honduras'. Tausende kostet der Hurrikane das Leben und über eine Million Menschen ihr Zuhause.
Zu einer Überschwemmung kam es 1972 in Mexiko als in Folge starker Gewitter der Buenaventura über die Ufer tritt und sich über
Mexiko City ergießt. Durch anschließende stürmische Winde, einen Erdrutsch und Hagelschauer erhöht sich die Zahl der Toten auf 37.
Südamerika
In Südamerika wurde das bisher stärkste gemessene Erdbeben registriert. Es traf 1960 mit einer Stärke von 9,5 Validiva, Chile.
Die Erde bebte auf einer Fläche von 145.000 Quadratkilometern acht Tage am Stück und forderte 5.700 Todesopfer.
In Aguayatía im Departement Ucayali, Venezuela, erschüttert ein Beben der Stärke 5,5 das Land. Das Epizentrum liegt 35 Kilometer weiter nordwestlich. Einige Menschen sterben, da die instabilen Häuser in den Armenvierteln zusammenbrechen.
1970 zerstört eine durch ein Erdbeben ausgelöste Lawine die Städte Ranrahira und Yungay am Fuße des Huascarán, Peru.
In Yungay werden bis auf 90 alle, der 20.000 Einwohner verschüttet. Insgesamt fallen der Lawine 60.000 Menschen zum Opfer.
In den Anden lösen sich 1971 hunderte Tonnen Schnee und begraben Lima, Peru, unter sich. 600 Menschen können der Walze nicht entkommen.
Trotz des tropischen Klima kommt es 1962 in Parana, Brasilien,
zu einer Dürrephase. Die sieben Monate andauernde Trockenheit löste einen Brand aus, der 250 Menschen tötete und die komplette Kaffeeernte des Jahres verbrannte.
Durch schwere Herbstregen in Tubarao, Brasilien, tritt 1974 der
Rio Tubarao über die Ufer. 200 Menschen ertrinken und über
100.000 müssen evakuiert werden.
Heftiger El Nino-Regen ist die Ursache der Überschwemmungen und Erdrutsche von Ica, Peru, 1988. 137 Peruaner ertrinken.
Da weite Gebiete überschwemmt sind, werden 234.000 obdachlos.
Ein Ausbruch des Nevado del Ruiz, Kolumbien, am 13.11.1985 war der Auslöser für eine bis zu 40m hohe Schlammwelle, die auf Amero zurollte. Durch die hohen Temperaturen war die Schneedecke an der Bergspitze geschmolzen und zu einer reißenden Lawine geworden. 31.000 Menschen konnten nicht entkommen und wurden verschüttet.
Afrika/ Naher Osten
Von Erdbeben ist in diesem Gebiet der Erde hauptsächlich der Iran betroffen.
Durch ein Erdbeben der Stärke 7,1 wurde in Qayen, Nordiran,
1997 ein Erdrutsch ausgelöst. Hierbei kamen 1.400 Menschen ums Leben und 60.000 wurden obdachlos.
Am 26.12.2003 traf es Bam im Südiran mit einer Stärke von 6,6.
Die Stadt wurde zu 70% zerstört. Unter den Trümmern starben über 41.000 Einwohner.
Der als wenig gefährlich geltende Vulkan Noragongo, Zaire, bricht nach jahrzehntelanger Ruhe 1997 wieder aus und verschüttet 2000 Menschen.
Durch starke Regenfälle schwellen der Blaue Nil und der Atbara in Täsännei, Eritrea, an.80 Menschen und über 6.000 Rinder ertrinken 1997 bei der Katastrophe.
Infolge starker Niederschläge bricht in Nairobi, Kenia das Rifttal-Fieber aus und fordert hunderte Todesopfer.
1984 und 1985 kommt es zu einer schweren Dürreperiode in Äthiopien, da es seit 1981 kaum geregnet hat. Ernteausfälle und Nahrungsmittelnot sind die Folge.
Weitere 20 Länder Afrikas sind betroffen und beklagen insgesamt über eine Million Tote.
Durch das ENSO-Phänomen leiden Bulawayo, Simbabwe und restliche Teile des Afrikanischen Südens an Nahrungsmittelknappheit. 30 Millionen Menschen sind betroffen.
Europa
Erdbebengefährdet sind in Europa hauptsächlich die östlicheren Regionen. So kam es am 17.08.1997 zu einem schweren Beben in Gölcuk, Türkei. Bei einer Stärke von 7,8 verzeichnete das Land 20.000 Tote und bis heute noch tausende Vermisste.
Ebenfalls 1997 wackelte der Boden in Assisi in Umbrien, Italien.
Mehrere tausend Menschen wurden obdachlos, 11 starben.
In Spitak, Armenien, wurde im Dezember 1988 durch ein Beben ein Erdrutsch ausgelöst, der über 100.000 Einwohner unter sich begrub.
Zu einem Vulkanausbruch kommt es 1996 in Island, wodurch in Vatnajökull Straßen und Stromleitungen beschädigt werden.
Die heiße Lava hatte die oberen Gletscherschichten zum Schmelzen gebracht und damit eine Schlammlawine ausgelöst.
Im Sommer 2001 zeigte der Ätna, Italien, über drei Wochen hinweg immer wieder Aktivitäten. Zu einem endgültigen Ausbruch kam es jedoch nicht.
In Gömec, Osttürkei, reißt sich 1992 eine Lawine los und verschüttet 2 Dörfer mitsamt ihren 350 Einwohnern.
In Galtür, Österreich, kommt es 1999 nach tagelangen starken Schneefällen zum größten Lawinenunglück des letzten Jahrhunderts in Europa. 31 Urlauber und Einheimische werden begraben. Die Überlebenden mit Hubschraubern evakuiert.
1997 tritt bei Krakau, Polen die Oder über die Ufer, überschwemmt ein Gebiet mit einer Fläche von 5180 Quadratkilometern und tötet über 100 Menschen.
Infolge starker Regenfälle entwickelt sich die sogenannte Jahrhundertflut. Deutschland, Tschechien, Österreich und weitere mitteleuropäische Länder melden insgesamt einen Schaden über 15 Milliarden Euro. 100 Menschen können den Wassermassen der Elbe, Oder und Mulde nicht entkommen.
Ein heftiger Sturm treibt 1968 sein Unwesen über Glasgow, Schottland. Er tötet dort mit Geschwindigkeiten über 215 km/h
20 Menschen, bevor er als Schneesturm weiter über Europa zieht.
Orkan Lothar zieht im Dezember 2003 über Mitteleuropa und fordert 110 Todesopfer. Es entsteht ein Schaden von
11,5 Milliarden Euro.
Zu Hitzewellen kommt es in den südlichen Ländern fast jedes Jahr, doch im August 2003 übertrifft es das durchschnittliche Ausmaß.
27.000 Menschen sterben bei den durch die Trockenheit ausgelösten Bränden. 10,5 Millionen Euro Schaden entstehen.
Südasien
In Tangshan, China, kommt es 1976 zu einem Erdbeben der
Stärke 8,2. Die Zahl der Todesopfer ist bis heute nicht entgültig geklärt. Sie liegt zwischen 242.000 und 800.000.
Das bisher zweitstärkste Beben der Geschichte (Magnitude 9,3) entsteht, als sich am 26.12.2004 die eurasische Platte vor der Insel Sumatra ruckartig um 10-30m nach oben bewegt. Der hierdurch ausgelöste Tsunami zerstörte weite Küstenregionen von Indonesien, Indien, Malaysia, Thailand, Sri Lanka, Somalia, Kenia, Tansania und den Malediven.
Einheimische und Touristen werden von der zum Teil 20m hohen Welle überrascht und ins Landesinnere gespült.
280.000 ertrinken in den Fluten, Tausende bleiben vermisst.
Der Pinatubo, Philippinen, stößt im Juni 1991 über
10 Quadratkilometer Asche und Gase aus, woraufhin auf der ganzen Welt ein Absinken der Temperatur zu verzeichnen ist.
Durch starken Monsunregen steigt 1991 der Tai Hu See in der Nähe von Wushi, China, so stark an, dass Landwirtschafts- und Industriegebiete überschwemmt werden. 220 Millionen Menschen sind betroffen, 2350 sterben.
Ebenfalls durch Monsunregen ausgelöst überflutet der Midnapur 1997 Westbengalen, Indien. Die Flut verseucht das Trinkwasser und zerstört die Ernte des Jahres. 100.000 Indern nimmt sie das Haus.
Als in Nagpur, Indien, einen Monat lang über 40°C gemessen werden, kommt es zur Vertrocknung der Ernte, auf die zahlreiche Menschen angewiesen sind. 800 Menschen verhungern.
Ein Tornado zieht 1996 über Dacca, Bangladesch mit Geschwindigkeiten um 200 km/h. 500 Bewohner sterben und zahlreiche Orte werden zerstört.
Taifun Lind nimmt in Ho Chi Minh- Stadt 150.000 Südvietnamesen das Dach über dem Kopf und zerstört deren Ernte.
265 Fischer können sich in ihren Booten auf dem Meer nicht schützen und ertrinken.
Durch Zyklon 2B wird 1991bei Geschwindigkeiten von 235 km/h in Bangladesch ein 6m hohe Sturmflut ausgelöst, die 140.000 Menschen in den Tod reißt.
Nordasien/ Japan
Von einem Erdbeben der Stärke 7,2 wird am 17.1.1995
Kobe, Japan, erschüttert. Es ist das bisher stärkste Beben, das direkt unter einer modernen Großstadt entstanden ist. In nur 20 Sekunden werden 190.000 Gebäude zerstört und 6.310 Menschen getötet.
Ebenfalls 1995 bebt auf der Insel Sachalin, Russland, die Erde.
Bei einer Magnitude von 7,5 werden 2.000 Menschen getötet und schwere Schäden angerichtet.
Durch sintflutartige Regenfälle wird 1964 Ischikawa, Hondo, unter Wasser gesetzt. 44.000 Japaner werden obdachlos, 108 sterben.
In Kiuschu, Japan, wird 1991, bei dem Versuch den Ausbruch des Vulkans Unzen zu beobachten, ein Team von Wissenschaftlern getötet.
Ein durch ein Erdbeben ausgelöster Tsunami trifft 1983 auf die Ogahalbinsel, Hondo, Japan. Die 15m hohe Flutwelle reißt 107 Menschen in den Tod.
1993 wird die Insel Okushini, Japan, von einer 11m hohen Welle getroffen. Sie fordert 240 Menschenleben und zerstört nahezu die komplette Insel.
Südpazifik
Im Markham-Tal, Papua- Neuguinea, bebte 1993 die Erde.
Es lösten sich Erdrutsche, die ganze Flüsse umstauten.
Hierbei kamen 60 Menschen ums Leben.
1989 werden durch ein Erdbeben der Stärke 5,6 in Newcastle, Südwales, Australien, 13 Menschen getötet.
Auf eine Dürreperiode folgt 1990 in Queensland, Australien sintflutartiger Regen. Er setzt ein Drittel des Landes unter Wasser und überflutete viele Orte im Outback.
1998 werden durch eine Überschwemmung einige Menschen. als auch Teile von Townsville, Queensland, ins Wasser gespült.
Im Dezember 2002 jagt Zyklon Zoe mit Spitzengeschwindigkeiten von 350 km/h zwischen den Fidschi- Inseln und den Neuen Hebriden entlang. Es war der bisher stärkste Wirbelsturm der seit Beginn der Aufzeichnungen gemessen und beobachtet wurde.
Zusammengestellt von Janina Weichert und Karsten Brandt
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